EINMANNDING

ZEITVERDICHTUNG

Mein kleiner Frühstücks-Buddha ,Morgentext auf den 29.09.2016

Posted on 29 September, 2016 in Uncategorized

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Mein kleiner Frühstücks-Buddha

 

Wie er da sitzt,

zwischen Vollkornbrot,

Leberwurst,Marmelade und Käse,

satt und zufrieden mir zulächelt,

und den Duft des frisch aufgegossenen  Oolong atmet.

 

“Das wird ein guter Tag heute”

sagt er und verneigt sich.

 

“Ja” antworte ich,

“Das wird ein guter Tag heute,”

atme den Duft des frisch aufgegossenen Oolong,

beiße in mein mit Käse belegtes Vollkornbrot,

verneige mich und lächle zurück.


Selbstgesprächs-Portrait , Abendtext nach einem Arbeitstag,dem 28.09.2016

Posted on 28 September, 2016 in Uncategorized

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Selbstgesprächs-Portrait

 

Er schreibt,

weil ihm nichts andres übrig bleibt,

als sich die Wörter selbst im Munde rum drehen.

Er zwingt

sich einen Vorteil drin zu sehen.

Sein Selbstgespräch es winkt

mit Eigenblut verrauschtem Selbstverstehen.

 

 


Am bunten Faden , Morgentext vom 28.09.2016

Posted on 28 September, 2016 in Uncategorized

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Am bunten Faden

 

Zu später Purpur-Stunde,

in grauer Mauer-Runde,

auf meinem Gelbstich-Sitz,

in Blues-Blau dunklem Zimmer,

orangener Lampen-Schimmer,

leck ich den Rot-Stift spitz,

und griffle ich in’s Schwarze,

ein Linden-grünes Lied,

weiß ich das meine Parze,

den bunten Faden zieht.


Was ist denn dann ?, Nacht-Text zum Abschluss des 27.09.2016

Posted on 27 September, 2016 in Uncategorized

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Was ist denn dann ?

 

Wenn Spinnen-Silber-Zwirne fliegen,

wenn die Renetten-Trauben, reifbäckig ihre Äste biegen,

wenn da zwei Blätter fast noch grün am Baum,

rings gloriolt von einem zitrusgelben Saum,

und wenn dazwischen lodernd schrille rote

ihr blutentflammtes Glühen senden,

und taumelnd erste weggewehte tote,

auf einem feuchten Haufen in der Gartenecke enden,

wenn deines Spanienurlaubs Bräune zögernd schwindet

und erste Stubenblässe sich schon bald in müden Schreibtisch-Zügen findet,

wenn du dich dann in Kleidung und im Fühlen erdig färbst.

Na dann ist Herbst.

 

 


Der Dichter und sein Modell , Nachmittagstext vom 27.09.2016

Posted on 27 September, 2016 in Uncategorized

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Der Dichter und sein Modell

 

Komm wirf dich auf mein Din-A-Vier,

vor mich,ich paus dich durch,

deine Brust linier ich mir,

besing dir deine Furch.

Deinen Arsch ummale ich

mit meinem Bildjargon,

deinen Bauch verbale ich

mit einem Tattoo-Song.

 

Den Minne-Mund besprech ich dir

mit meiner Kusskritik,

dein Augenmerk bestech ich mir

mit meinem Kennerblick.

Auf deinem Einband stolpre ich

vom Jambenbein zum Steiß,

den Schüttelreimleib holpre ich

mit schleim dich, fress dich Schweiss.

 

Komm schmeiß dich auf mein Kanapee,

druckfrisch,

ich paus dich ab,

in meinem Literatelier,

knarzt hüftbreit hart der Zeichentisch,

mein Rotstift,rapp-zapp-zapp.