EINMANNDING

ZEITVERDICHTUNG

Wunder Punkt , Nachmittagstext vom 27.06. 2017

Posted on 27 Juni, 2017 in Uncategorized

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Wunder Punkt

 

Rühr nicht an meinen wunden Punkt,

er fängt sonst an zu eitern,

kleb mir dein buntes Pflaster drauf,

das heilt mich zum Erheitern.

 

Du fragst:”Was ist dein Wunder Punkt?”

Du bohrst, gibst keine Ruh,

und schließlich rück ich raus damit,

mein wunder Punkt bist Du.

 


Buhh,wie Besser , Nachmittags-Posse vom 27.06. 2017

Posted on 27 Juni, 2017 in Uncategorized

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Buhh,wie Besser

 

Es wird Besser,

immer Besser,

noch viel Besser,

fast schon gut,

das Versagen greift zum Messer,

und bedroht verstört den Mut,

doch der Mut packt sich die Hoffnung

und sie zeugen die Vision:

Es wird Besser,

immer Besser,

allen Buhh-Ru-Fen zum Hohn.


Sehnen als Sucht , Tagestext vom 27.06. 2017

Posted on 27 Juni, 2017 in Uncategorized

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Sehnen als Sucht

 

Du schnallst es langsam

es ist mehr der Süsse Sehnen,

die dich in seiner Speichelspannung reizt,

es juckt dich nicht,

wenn unerfüllt Erfüllung,

sich widerborstig gegen männliche Erwartung spreizt.

 

Du raffst so nach und nach

das jegliche Enthüllung,

zu blosser Nacktheit von Banalität gerät,

und du kapierst dein Minne-Schmachten als Umhüllung

zum Schutz vor weiblicher Realität.


Reha-Morgen , Frühmorgen-Text vom 27.06. 2017

Posted on 27 Juni, 2017 in Uncategorized

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Reha-Morgen

 

Das Schmerztabletten-Lächeln

nachtvermauert auf den Lippen.

 

Mit Atemzug um Atemzug,

das Hirn aus seinen Schüttgut-Träumen schippen.

 

Im Fenster klebt das Dieselbrausen der verbauten Welt,

Du bist auf ein Gerüst aus Krücken und dich selbst gestellt.


Blues , Abendtext vom 26.06. 2017

Posted on 26 Juni, 2017 in Uncategorized

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Blues

 

Austrinken

aufsteh’n

und rausgeh’n,

kurz zu den Sternen mal raufseh’n,

quer durch die Nacht Richtung Morgenlicht treiben,

ankommen,

aussteigen,

bleiben.

 

Ankommen,

bleiben,

und rumsteh’n,

im Sinn irgendwie wenig Zweck seh’n,

warten bis wieder ein Wind geht,

dich anschiebt,

dich rumdreht,

und weg weht.

 

Anheuern,

packen,

und weggeh’n,

lange im Dunkeln am Heck steh’n,

drei Jahre später von Deck geh’n,

das alte Drecknest

noch mal seh’n.

 

Einschenken,

anstoßen,

bleiben,

die Kreide nehmen und schreiben,

aufsteh’n und ohne Gruß weggeh’n,

auf halbem Weg

anhalten

rumdreh’n.

 

emoll,A,H7,emoll

 

 


Gegen die Einsamkeit , Nachttext vom 25.06. 2017

Posted on 25 Juni, 2017 in Uncategorized

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Gegen die Einsamkeit

 

Gegen die Einsamkeit

einfach ein Komma setzen,

denn wo ein Komma steht,

heißt,

wie du weißt,

dass der Text weiter geht,

 

plötzlich ein Doppelpunkt

schmeichelnder Fragesatz:

“Bleibst du? heut Nacht? mein Schatz?”

zückst deinen Bindestrich –

spielst rasch den Dichter-Stich,

schenkst ihr drei Ausruf-Zeichen,

für’s erste Kapitel

da müsste es reichen;

später dann alles in Klammern setzen,

(dieses übliche zärtliche duslige Schwätzen.)

denk dran, wo einsam ein Komma steht,

heißt dass das Geplappere weiter geht,

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bei Dunkelheit an Rosen riechen , Abendtext vom 25.06. 2017

Posted on 25 Juni, 2017 in Uncategorized

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Bei Dunkelheit an Rosen riechen

 

Bei Dunkelheit an Rosen riechen,

bis ihre Moleküle dir

tief in den Blinddarm deines Stammhirns kriechen

und dumpf die Erde unter deinen Pfoten raunt:

“Du bist das Tier

das über seine eignen Obsessionen staunt:

 

Von Ferne dann die andre Rose wittern

durch Mark und Bein

pirscht sich ein kortikales Zittern,

und an der Spitze deines Tasthaar’s zuckt ein Beben,

der  Schönheit Jagdtrieb schlägt,

dir ihre Krallen scharf ,

in des Bewusstseins Schätze Heben.

 

Die Lefzen gierig auf der Rosenspur,

die Nüstern um den Fluchtgeruch gebogen,

die Botschaft in die Alveolen eingesogen,

folgst du dem Wund Schweiß durch die ausgeraubte Flur.

Als du das Opfer vor dem Wurzel-Abgrund stellst,

ist es dein eignes Urteil dem du in die Arme fällst.